Michael Compensis, München

Kurt Tillich – Produktions- & Bürogebäude Die Textilmacher, München

Lindberghstraße 7, 80939 München

Michael Compensis, München

Kurt Tillich – Produktions- & Bürogebäude Die Textilmacher, München

Preisträger max40 - Junge Architekten 2016 Preisträger
Projekt
Produktions- & Bürogebäude Die Textilmacher
Architekt
tillicharchitektur, München
Bauherr
Die Textilmacher GmbH

Faltwerk
Der Neubau mit Produktions- und Büroflächen für ein Unternehmen aus der Textilbranche befindet sich in einem Industriegebiet im Münchener Norden. Prägendes Element des Hauses ist die gefaltete Fassade, deren Geometrie ein charakteristisches Wechselspiel aus Licht und Schatten erzeugt. Die glatten, matt glänzenden Flächen des eingefärbten Betons reagieren stets neu auf Tages- und Jahreszeit, Wetter und Lichteinfall. So wird die Fassade durch das Licht mal stärker, dann wieder weniger stark modelliert. Durch die exponierte Lage auf einem Eckgrundstück kann diese Besonderheit von mehreren Seiten erlebt werden, ebenso wird dadurch die Abfolge und präzise Fügung der Elemente nachvollziehbar.

Das Relief basiert auf einer Kombination von vier unterschiedlichen Modulen, welche jeweils in Tiefe und Breite um 16 Zentimeter variieren. Für die wirtschaftliche Umsetzung war dieses modulare Prinzip  wesentlich. Dank einer gegenüber den Etagenniveaus versetzte Anordnung konnten die Außenwandmodule auf vier verschiedene Elemente reduziert werden, oben schließt die Attika die Fassade ab, unten erhebt sie sich über einem zurückgesetzten Sockel. Die gesamten Wandbauteile einschließlich Tragschicht, Dämmung und Fassadenschale wurde mit handwerklichen Mitteln im Fertigteilwerk produziert.

Die Beschränkung auf wenige, hochwertige und oberflächenechte Materialien setzt sich im Inneren fort. Der Boden ist aus einem polierten, fugenlosen Sichtestrich, die Fensterprofile aus Lärchenholz, die Tür- und Fenstergriffe in hochglanzpoliertem Edelstahl mit verdeckten Bändern. Als Gegenpol zur expressiven Fassade nimmt sich die Gestaltung der Innenräume jedoch zurück, um einerseits der Produktion und andererseits den Produkten im Showroom Raum zu geben.

Ein modularer Gedanke liegt auch der Grundrissgestaltung zugrunde. In allen Geschossen werden die Räume um den massiven Treppenkern organisiert. Die stützenfreie Konstruktion gewährt eine hohe Flexibilität, leicht kann auch geschossübergreifend auf die stetig sich ändernden Produktionsprozesse des Unternehmens reagiert werden. Die Produktionsbereiche verteilen sich auf zwei Ebenen, die Büros und ein Ausstellungsraum befinden sich in der obersten Etage, das Lager und die Technik liegen im Untergeschoss.

Die Prozessabwärme der Produktionsmaschinen wird über Wärmetauscher, Wärmepumpe und Fußbodenheizung in das Gebäude zurückgeführt.